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Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - Druckversion

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Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - Leo - 13.09.2016

Habt ihr euch schon einmal Gedanken darüber gemacht, ob Foren am Ende für uns kontraproduktiv sind? 

Kontraproduktiv in dem Sinne unserer Gesundheit, unserem realen Lebens, der ständigen Auseinandersetzung mit uns selbst, unserer Reife,... 

In einem Forum, wie diesen, beschäftigen wir uns oft mit unseren psychischen Problemen nicht nur der ES (auch wenn diese im Vordergrund steht), weiteren psychischen Themen sondern auch mit Alltagsproblemen. 

Ich verbringe mehr Zeit im Forum als im realen Leben mit meinen Freunden. Ganz einfach, weil man mich hier versteht und nicht verurteilt. Trotzdem frage ich mich zwischendurch, ob ich dann „gesünder“ leben würde, wenn ich nicht in einem Forum wäre , wo man die ganze/ meiste Zeit mit dem Thema konfrontiert wird. 

Nicht das ihr mich falsch versteht, denn ich liebe das Forum und es ist zu meiner Familie geworden. Weiterhin wird man hier auch unterstützt, wenn man gesund werden möchte. 

Seit dem ich im Forum bin konzentriere ich mich mehr auf mein Ess- und Sportverhalten und durch mein Konkurrenzverhalten versuche ich immer mitzuhalten. Ich gebe mir mehr Mühe abzunehmen, da man nicht vor den anderen „versagen“ möchte.Manchmal kommt es schon vor, dass ich mich mit den Problemen andere ablenke, um nicht über meine nachzudenken.
Hier wird man motiviert seine Ziele zu erreichen und wenn man nach Rat fragt bekommt man ihn.

In einem Forum zu sein ist nicht immer leicht und alle sind happy, denn auch hier gibt es Streit und Sachen, die anders laufen sollte. Jedoch kann man es, wie im realen Leben, klären, wenn man miteinander redet und sich vertraut. 

Am Ende kann ich nur sagen, dass ich viele Foren nicht als kontraproduktiv sehe, denn selbst wenn man in keinem ist, wird man im Internet bei Google, Facebook und Co mit seinen Problemen konfrontiert. Natürlich beschränkt es oft das reale Leben, aber ich habe lieber hier jemanden, den ich vertraue und mit dem ich dann über meine Probleme zu rede, als alleine zu sein oder Freunde zu haben die mich und meine Situation nicht verstehen und nicht Ernst nehmen. 

Wie seht ihr das?


RE: Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - Merle - 14.09.2016

Ja, ich für meinen Teil stecke schon tiefer in der ES und denke auch, dass ich hier im Forum mehr den Fokus auf meine Störung lege.

Hierbei würde ich jegliches Forum bezüglich der ES (auch Hungrig Online und Co.) eine Art Zwischenschritt auf dem Wege mit/in der ES sehen.

Irgendwann, wenn man diese Stütze nicht mehr so benötigt, verlagern sich die Interessen, ein Forum ist nicht mehr ganz so relevant/nützlich.

Ich mag das leicht triggerne Verhalten eines Forums, da kann es auch noch so with oder anti sein...
im Grunde vergleiche ich mich eben schon stark, auch im realen Leben: Fitnessstudio Selbsthilfegruppe, Uni.


RE: Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - Leo - 18.09.2016

Ich glaube, dass sich die meisten Menschen miteinander vergleichen.
Es gibt kaum welche, die mit sich so zufrieden sind, wie sie sind. Die meisten wollen sich verbessern und oft besser sein als die anderen in bestimmten Bereichen.


RE: Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - Gast - 28.04.2018

Also ich persönlich finde nicht das solche Foren kontraproduktiv sind.
Ich habe in meiner ganzen Zeit der Esstörung und Foren eigentlich nur Hilf erlebt. 
Und Foren geben einem auch einfach ein gewisses "zu Hause" wo man so sein kann wie man eben ist und man sich nicht verstecken muss.


RE: Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - DreamCatcher - 02.05.2018

<p>Ich finde das so ein Forum wie hier für mich persönlich nicht Kontraproduktiv ist. Ich gehe nur in der Woche hier Online, nie am Wochenende, weil ich Angst habe, mich zu sehr in das Internert zu verlieren. Allgemein bin ich grade dabei, weniger am Handy / Internet zu hängen, was aber nichts mit dem Forum wegen der ES zutun hat. Ich würde sogar behaupten das dass Forum mir gut tut. Meine Sozialen Kontakte sind verkrüpellt, wenn ich hier nicht wäre, hätte ich wohl kaum jemand. Hier darf ich über alles Reden. Das Forum bringt mich oft runter, ich kann man verhalten Analsyieren und mich finden. Ich habe das gefühl dass das Forum mir hilft und mich stärkt. <br />
<br />
Natürlich vergleiche ich mich mit anderen aber das wohl eher unterbewusst. Mein Problem ist eher, kann ich los lassen? Was würde ich machen, wenn ich weg von der ES bin / Will? KAnn ich das forum hier verlassen? Die angst kein Kontakt mehr zu euch zu haben, nicht mehr frei reden zu können bidnet mich sehr an das Forum und vllt. sogar an meine Esstörung :/ Aus diesen blick winkel würde ich dann sagen, ja es ist Kontraprodutikv weil ich mich von der Angst leiten lasse jemand zu verlieren..</p>


RE: Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - Felia - 23.06.2018

Ich erlebe ein Forum auch nicht als kontraproduktiv. Da ich nicht viel rede und sonst im Alltag dadurch eher wenig Austausch habe, würde mir der schriftliche Austausch sehr fehlen und ich würde mich dadurch nur sehr viel einsamer fühlen. Ich hatte auch schon Zeiten ohne Forum - natürlich verbringt man viel Zeit im Forum, sofern man denn ein passendes für sich gefunden hat. Aber auch in der Zeit ohne Forum, hatte ich in schwierigen Zeiten nicht plötzlich sehr viel mehr der freien Zeit mit anderen Menschen verbracht. Wenn etwas schwierig ist, dann waren dennoch Rückzüge da, weil reden dann noch schlimmer ist - und so bliebe wenigstens noch der schriftliche Austausch. Wenn soziale Kontakte kaum noch gehen, ist ein Forum irgendwie ein schöner Mittelweg. 

Vielleicht empfinde ich das aber auch so, weil ich mich nicht unbedingt vergleiche, was das Gewicht betrifft. Ich kann mir vorstellen, dass das im Rahmen eines solchen Denkens ungleich schwieriger ist, wenn man stetigen Vergleich im Alltag integriert.


RE: Sind Foren am Ende für uns kontraproduktiv? - Feele - 21.03.2019

Ich finde ein Forum nur dann kontraproduktiv wenn jemand aus der ES raus will und sich dann in Foren aufhält die ihn (unnötig) antriggern. Aber ich denke die Entscheidung liegt bei jedem selbst. Ich würde allerdings unterscheiden das junge Menschen durchaus durch Foren negativ beeinflusst werden, gerade wenn sie in einer Orientierungsphase sind. 
Ich bin gestern auf der Suche (nach Euch??) auf ein Forum gestossen, wo ganz viele unter 14-jährige Beiträge gepostet/gelesen haben mit Wortlauten wie: Ich bin 1,58m und mit 35 kg einfach nur FETT FETT FETT. Wenn so ein junger Mensch in dem Moment dann anstatt Hilfsangeboten noch Tips bekommt sich ganz weg zu hungern dann sehe ich hier schon eine gewisse Kontraproduktivität gegeben.

Für mich selbst gesprochen kann ich nur sagen, das für mich die Realität (Ausbildung/Familie) an erster Stelle steht und für mich Foren als Ergänzung als Teil meines Umgangs mit meiner Erkrankung dienen.Sie sind mir wichtig und ich empfinde sie für mich keineswegs als kontraproduktiv. Ich kenne mittlerweile meine Grenzen ganz gut (wenn auch nur durch vorheriges austesten)